„In einem fremden Park“ - Eine Gruppenausstellung
Neun junge Künstler und Künstlerinnen zeigen ihre Arbeiten, die so unterschiedlich sind, wie die Wege eines Parkes:

Vernissage am 1.Oktober 2010 um 19 Uhr
Weitere Öffnungszeiten sind jeweils samstags am 2., 9., 16. und 23. Oktober zwischen 11 und 17 Uhr.
Neun junge Künstler und Künstlerinnen zeigen ihre Arbeiten, die so unterschiedlich sind, wie die Wege eines Parkes:
Esther Hagemann, Yasmin Herwig, Taru Kallio, Egor Kirpichev, Marcel Krumbiegel, Krisztina Meggyesy, Naciye Özsu, Nicola Reinitzer, und Daniel Stern.
"Hier führen nicht alle Wege an das gleiche Ziel und schon gar nicht erst nach Rom. Jeder sucht für sich seinen schönsten Spaziergang, trotzdem sind wir gemeinsam in den Park hineingelaufen. Wir bleiben immer in Hörweite und unser Gehgeräusche verbinden uns."

»Zwei Wege sinds. Sie führen keinen hin. Doch manchmal, in Gedanken, lässt der eine dich weitergehn.« So beginnt Rainer Maria Rilke sein Gedicht »In einem fremden Park«. Solch ein »fremder Park« öffnet am 1. Oktober seine Pforten in der Kultur Fabrik Frankfurt. Doch nicht zwei, sondern neun Wege führen dorthin. Denn neun Künstlerinnen und Künstler haben sich den verwunschenen Charakter des Fabrikareals für eine spannende und ungewöhnliche Ausstellung auserkoren. Spannend – weil sie die Gedanken der Besucher inspiriert, viele Wege des Betrachtens zu gehen; ungewöhnlich – weil sie vielfältige und sehr unterschiedliche künstlerische Wege vereint darstellt.
Organisiert wird der »fremde Park« von den Künstlerinnen Nicola Reinitzer und Krisztina Meggyesy. Beide studieren an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach/Main. Um ihre Ausstellung möglichst vielseitig zu gestalten, haben sie nach weiteren Darstellungsformen gesucht und sind fündig geworden.

Einem Garten gleich vereinen die neun jungen Künstler in dem verwitterten Ausstellungsgebäude Malerei, Modedesign, Fotografie, Film, Installationen, Bildhauerei, Zeichnung und und und: „ … da haben wir echt nicht gekleckert, würde meine imaginäre Schwiegermutter jetzt sagen. Kein Auge bleibt hungrig und unbefriedigt …"Zum Beispiel sinniert eine von uns in gestickten Bildern über ihre früheren Leben, eine andere kreiert mit ihrer selbstgenähten Kleidung ihr Parralleluniversum. Es gibt fotografierte Zwischenwelten, Obskures, Dokumentiertes. Bilder vom-, über- und aus dem Ich eines anderen", so schildern beteiligte Künstlerinnen ihr „Parkerlebnis“.
Sie stehen damit auch in der Tradition großer Werkbund-Ausstellungen, in der verschiedenste Medien nebeneinander ein umfassendes Bild des Zeitgeists abgeben.
Die Vernissage der Ausstellung »In einem Fremden Park« im Hof der Fabrik Frankfurt (Mittlerer Hasenpfad 5) ist am Freitag, 1. Oktober, ab 19 Uhr mit einem kleinen Einführungsvortrag des Kunsthistorikers Ferdinand Maximilian Schlüssler verbunden. Um Augen und Ohren zu entlasten, gibt es für Gaumen und Kehle Wein, Wasser sowie eritreisch angehauchtes Essen.
Geöffnet ist die Ausstellung vom 2. bis 23. Oktober, jeweils samstags von 11 bis 17 Uhr.
Mein Vater ist kein tschechischer Fotograf
Eine Ausstellung mit Arbeiten von Renata Kudlacek

Vernissage am 20. August, 20 Uhr
So. 22.08., 17 h Führung mit Renata Kudlacek
21. August – 5. September 2010
Öffnungszeiten: Fr- So 15-19 h
Erinnerung ist ein Zusammenspiel von geschichtlichen Ereignissen und biografischer Erfahrung. Erinnerung ist eine Konstruktion, der Versuch, das eigene Leben in einen sinnvollen Zusammenhang zu stellen. Dadurch hat Erinnerung etwas idealisierendes, ist eine Projektion.
Die Arbeiten von Renata Kudlacek gehen diesem Gedanken nach. Die betörend schönen Bilder (Polaroids, Filme und Siebdruckcollagen) entfalten auf den zweiten Blick eine Tiefe, die das Idyll hinterfragt.
Bezugspunkt ihrer Arbeiten ist dabei aber auch immer die eigene Biografie. Geboren in der Tschechoslowakei zog Renata Kudlacek früh nach Deutschland. Die Assimilation ihrer Familie forcierte dabei einen ganz bestimmten Blick auf die Geschichte der eigenen Herkunft, was sich z.B. darin zeigte, dass zuhause nicht tschechisch gesprochen werden durfte.
Die Ausstellung in Frankfurt zeigt insgesamt drei Werkgruppen und einen Film. Die Arbeiten wurden zum großen Teil in dieser Form noch nicht öffentlich gezeigt.
Renata Kudlacek, geboren 1969 in der damaligen Tschechoslowakei, arbeitet und lebt als Künstlerin in London. Sie studierte in Frankfurt, an der University of East London, am Chelsea College of Art & Design und machte ihren Master am Royal College of Art.
Sie arbeitet schon länger mit dem Raum 121 e.V. zusammen. Ihre Arbeiten waren bei den Ausstellung „Instant Melancholia“, „Hello! I´m not her“ und „Kunst im Haus“ zu sehen. Zudem gestaltete sie das Titelbild des letzten Twosize Kalenders.
Kurator: Jakob Hoffmann
Ausstellung mit Arbeiten von Renata Kudlacek
21. August – 5. September 2010
Vernissage am 20. August, 20 Uhr
Öffnungszeiten: Fr- So 15-19 h
So. 22.08., 17 h Führung mit Renata Kudlacek
So. 29.08. 14-18 h Kleidertausch des Raum 121 im Hof der Fabrik (s. www.raum121.de)
Raum 121 in der Fabrik Sachsenhausen

